Rückreise und Fazit/ Return journey and conclusion

Nach einer ruhigen aber kurzen Nacht auf der Fähre klingelt um 4:30 Uhr der Wecker, da wir bereits kurz nach 6 Uhr in Stockholm einlaufen. Da wir auf dem Parkdeck mit unseren Booten in Poleposition stehen, dürfen wir als erste von Bord. Direkt am Hafen lassen wir die Boote auf einem gesicherten Parkplatz zurück, gehen zu Fuß die ca. 3km bis zur Technischen Hochschule durch das morgendliche Stockholm und steigen dort in den Fernbus, der uns entspannt bis Grisslehamn bringt. Bei Sonnenschein erreichen wir nach einer kurzen Wanderung das Auto, holen die Kajaks aus Stockholm ab und machen uns auf den Weg Richtung Heimat.

Fazit: Im Gegensatz zum ersten Teil in 2021, als wir uns von Oskarshamn bis Kappelskär vor allem gegen Starkwind und Regen nach Norden vorgekämpft haben, belohnte uns das Wetter in diesem Jahr zwischen Grisslehamn und Turku mit „Astrid Lindgren-Wetter“. Mit wenigen Ausnahmen fast durchgängig sonnig und wenn Wind da war, dann schob er uns von hinten. Besser geht wohl kaum. So konnten wir die einsamen weit draußen liegenden Schäreninseln ansteuern, die für uns den schönsten Teil dieser Inselwelt darstellen. Unser Trinkwasserkonzept hat gut funktioniert, was uns vor allem in der ersten Phase, in den nördlichen Alandinseln, die Freiheit gab in den Außenschären zu fahren. Zusammenfassend kann man bei dieser Tour durchaus von traumhaften Bedingungen sprechen in einem der schönsten Paddelreviere in Skandinavien.

After a silent but short night on the ferry the alarm rings at 4:30 am, because the ship arrives in Stockholm shortly after 6 am. On the parkdeck we stay in pole position, so we are the first to be from board. In a safe parking area directly at the harbour we leave our kayaks and walk the 3km up to the technical college through the morning Stockhom and enter the bus to Grisslehamn. In Sunshine we walk the short way to the car, pick up the kayaks in Stockholm and get on the way home.

Conclusion: In contrast to the first part in 2021 from Oskarshamn to Kappelskär, where we mostly were fighting against strong winds and rain, this year between Grisslehamn and Turku we were rewarded with „Astrid Lindgren-weather“. With a very few exceptions we had sunshine and very low winds. The windy days were always tailwind. It could hardly be better. So we were able to paddle through the lonesome skerries far out in the north, which we think are the most beautiful part of the archipelago. Our concept with fresh water worked very well. That give us the freedom to paddle for many days unsupported to the outer Skerries. Summing up we can say that this was a trip with gorgeous conditions through one of the most beautiful paddle destinations in scandinavia.

Abschied von den Inseln/ Goodbye islands

Leichter Rückenwind schiebt uns noch einmal die letzten Kilometer dieser Reise bis in den Hafen von Turku. Wiedereinmal meint das Glück es gut mit uns. Da am kommenden Wochenende hier Triathlonmeisterschaften stattfinden hat der Veranstalter eine Rampe an die sonst sehr hohe Treppe gebaut damit die Schwimmer aus dem Wasser kommen. Für uns heute eine willkommene Erleichterung die Boote aus dem Wasser zu ziehen. Unser Kochen am Hafen wird von Lifemusik und heftigen Regenschauern begleitet bevor wir uns auf den Weg machen zum Check-in der Silja Line machen. Inzwischen haben sich die Wolken verzogen und im Sonnenschein beobachten wir wie das Fährschiff das alle Inseln um ein vielfaches überragt anlegt. Nach dem Ablegen genießen wir den Sonnenuntergang und lassen den Blick ein letztes Mal schweifen über die Inseln durch die wir die letzten 2 Wochen gepaddelt sind.

Light backwind pushs us for the last kilometers of this journey into the harbour of Turku. Again we have luck today. During the next weekend here are triathlon championships and the race managers has put a wooden ramp at the steep stairs for the swimmers. For us today a good chance to lift the heavy kayaks out of the water much more easy than expected. We are cooking at the harbour with live music and rain showers. Afterwards we pull the boats to the check-in of the Silja Line. The sun comes out and we watch the large ferry ship, which is much higher than any of the islands around, when it enters the harbour. After leaving the port we watch the sunset and enjoy for the last time the view over the island where we paddled for the last 2 weeks.

Tagesausflug nach Turku/ Daytrip to Turku

Der Tag begrüßt uns besser als angesagt mit Sonnenschein. Direkt vor dem Campingplatz haben wir Leihfahrräder ausgemacht, die wir über eine App nutzen können. So nutzen wir heute mal lang vernachlässigte Muskelgruppen um über die Hügel ins 12km entfernte Turku zu gelangen. Nachdem wir das erste frische Obst und Gemüse seid 12 Tagen eingekauft und verzehrt haben besuchen wir das  alte rund 200 Jahre alte Stadtviertel mit seinen alten Holzhäuser. Schon von hier oben hören wir die Musik des Turku Sea Jazz Festivals dem wir später noch von den Stufen der Turku Kathedrale aus der Nähe lauschen. Mit den Rädern folgen wir dem Fluß Aura vorbei an zahlreichen Skulpturen bis wir den Fährhafen erreichen wo wir schon einmal schaun wo wir morgen mit den Kajaks rauskommen und zur Fähre rollern können. Zurück am Camp genießen wir den letzten Sonnenuntergang hier in Finnland.

The day starts better than forecasted with sunshine. Directly in front of the campground there is a station for rent bikes which can be hired by an App. So we can use today long unused muscle groups to ride over the distance of 12km over some hills to Turku. We buy and eat the first fresh fruits and vegetables since 12 days and visit afterwards the old 200 years old part of Turku with its old wooden houses. From the top of the hill we hear the sound of the Sea Jazz Festival and later we listen to it from the stairs of the Turku cathedral near to the stage. With the bikes we follow the river Aura, passing a great number of sculptures before we reach the ferry harbour were we check how we get out of the water with the kayaks tomorrow and the shortest way to pull them to the ferry. Back at the camp we enjoy the last sunset here in Finnland.

Turku kommt immer näher/ Turku comes closer

Gegen 10 Uhr sind wir auf dem Wasser. Es geht zunächst durch enge Passagen zwischen den Schilfgürteln. Der Wind schiebt uns sanft vor sich her bringt aber auch immer mal wieder Nieselregen mit sich. Je näher wir an Naantali und Turku kommen desto größer und massiver werden die Hütten und Stege am Ufer. In Naantali machen wir eine kleine Hafenrundfahrt, als wir am Ufer der Muminwelt entlangfahren werden wir von einem Seeungeheuer überrascht. Der Angriff geht aber glücklicher Weise glimpflich aus. Weiter geht es an den ersten Industrieanlagen die Turku ankündigen vorbei, bis wir ein Stück nach Süden abbiegen und auf der Halbinsel Ruissalo einen netten Campingplatz finden für die Nacht.

At 10 am are we ready to start. The trip starts with small passages through reed belts. The wind pushs us softly from behind but brings also drizzling rain from time to time. The nearer we come to Naantali and Turku the bigger and more solid are the houses and jetties at the side. In Naantali we do a little side seeing through the Harbour. When we pass the beach of the Moominworld we are surprised by a sea monster. Fortunately the attack ends lenient. We continue and pass the first industrial plants that announce Turku. We turn south a little bit and find a nice campground for the night on the peninsula Ruissalo.

Regentag/ Rainy day

Für den heutigen Windtag haben wir uns fürs Abwettern entschieden. Leider werden wir bereits morgens vom prasselndem Regen geweckt. Doch auch die Regenklamotten wollen ja mal ausgeführt werden und so entscheiden wir uns die Nahe Halbinsel Kunstenniemi zu Fuß zu erkunden. Hier befindet sich ein christliches Seminarzentrum mit parkähnlichen Anlagen. Wir erklimmen den Aussichtsturm, der unglücklicher Weise nicht über die Regenwolken reicht. Trotzdem haben wir von hier oben einen schönen Ausblick und der stählerne Kompass weist uns den Blick über die Inselwelt durch die wir gestern gekommen sind. Der starke Regen des Tages passt sehr gut zu dem dichten mit Moosen überzogenen Wald durch den wir wandern.

For this windy day we decided to weather. Unfortunately we wake up in the morning from the sound of the pouring rain on the tent. But even the rain clothes want to be used and so we decide to explore the near headland Kunstenniemi by foot. Here is a christian seminar center with an area park like. We climb on top of the observation tower, but unfortunately it is not high enough to look over the rain clouds. Nevertheless we have a good outlook and the iron kompass shows us the view over the islands where we paddled through yesterday. The heavy rain of today fits well to the thick forest with the moss covered trees through which we walk.

Zurück in die Zivilisation/ Back to civilisation

Heute ist ab Mittags viel Wind angesagt und so klingelt der Wecker bereits um 6 so das wir gegen 8 Uhr in die Boote steigen. Von unserer kleinen Insel Vahetuskari geht es zunächst vorbei an bis zu 20m breiten Schilfgürteln. Länger suchen wir nach der Durchfahrt des Tipsunti unter einer Straße bis wir die Röhre finden durch die wir uns hindurch schieben können. Zunächst schließt sich etwas Dickicht an bis wir wieder offenes Wasser erreichen. Trotzdem sind die bewaldeten Inseln so dicht beisammen das wir uns eher auf einem Schleswig-Holsteinischen See wähnen als auf der Ostsee. Von den Inseln vor dem stärker werdenden Wind geschützt erreichen wir gegen 13 Uhr den Campingplatz Saloranta und genießen mal wieder die Annehmlichkeiten der Zivilisation wie heiße Dusche und Sauna.

Today the forecast says more wind at noon. So the alarm rings at 6am and at 8am we are ready to start, From our little island Vahetuskari we pass reed belts with a width of up to 20m. For a while we are searching for the connection of the Tipsunti under a road until we find a tube to push through. Then we continue through thicket until we reach open water again. The wooded island are here so close that we feel more like being on a lake in Schleswig-Holstein than on the Baltic Sea. In the shelter of the islands from the increasing wind we reach the campground Saloranta at 1 pm. Here we enjoy the luxury of the civilisation like a hot shower and sauna.

Acht Tage unterwegs/ Eight days on the water

Da für die kommenden Tage sehr viel Wind angesagt ist haben wir uns für die nächsten Etappen einige Campingplätze rausgesucht. Entgegen der Vorhersage ist aber heute wieder bestes T-Shirt Wetter und so folgen wir ein Stück der Schiffahrtslinie, biegen dann nach Norden in fein verzweigte Inselwelten ab und finden zwischen zahllosen Inseln mit Ferienhäusern eine kleine Felskuppe für uns. Seit 8 Tagen sind wir inzwischen auf dem Wasser ohne das wir unsere Vorräte an Wasser aufstocken mussten. Auch für den Rest der Tour bis Turku würden die Vorräte vermutlich reichen. Konsequent haben wir bisher jeden Tag unsere Spagetti mit Seewasser gekocht, das allerdings wegen dem geringen Salzgehalt noch zusätzlich gesalzt wurde. Trotzdem waren unsere Boote nicht so voll beladen das wir auf die Guitalele hätten verzichten müssen. So manchen Abend haben wir so Lifemusik auf unseren Plätzen gehabt. Und bis auf die Solarzelle konnten wir auch auf Deckslast verzichten.   Mit den richtigen Booten geht eben doch so Einiges.

The forcast for the next days says a lot of wind. So we searched for a number of official campgrounds for the next sections. Against the forecast we have today best t-shirt weather and so we follow the shipping lane for a while before we turn into an area of branched Island world. Between countless island with huts we find a small rocky crag for our camp. Now we are on the water for 8 days. And we had no need to stock up our food and water. We have still enough to finish the trip up to Turku. We have cooked consequent our Spagetti with seawater. But the salinity here is so low that we have to add salt. Nevertheless the kayaks were not so fully loaded that we had to miss the guitalele. So many evening we had live music in the camp. The only thing that had to be carry as deck load was the solar panel. With the right kayaks a lot is possible.

Hello Finnland

Wir fahren heute bei recht windigen bewölkten Wetter durch die enge Inselwelt und müssen feststellen das hier auf der finnischen Seite fast auf jeder Insel, und sei sie noch so klein, ein Ferienhaus steht. Dementsprechend viel Motorboote sind mit ihrem Gedröhne unterwegs. Fast fühlen wir uns auf eine Seenlandschaft versetzt, so eng sind hier die Passagen zum Teil zwischen den Inseln. Um noch einen einsamen Platz für die Nacht zu finden verschlägt es uns in die Mitte der Schiffahrtstrasse auf eine Mini-Felsinseln mit Ansteuerzeichen. Hier auf Toppgrund stehen wir noch einmal frei im 6er Wind und genießen die Elemente die am Zelt rütteln.

Today we start with windy and cloudy weather through the narrowly islands. We recognize that here on the Finnish side nearly on every island even the small one is a small holiday home. Accordingly a lot of motorboats are on the water with their engine noise. It feels like paddling through a landscape of lakes so narrow are the passages between the islands at some places. To find a lonesome place for the night we choose a tiny island in the middle of the shipping lane. Here on Toppgrund our tent stays exposed in the wind of 6 Bft and we enjoy the elements which shake the tent.

Veränderte Landschaften/ Changing landscapes

Bei schönstem Wetter verlassen wir unsere kleine Felsenlagune. Wir steuern zwischen Jurmo und Norrön hindurch und erreichen die Schifffahrtsstraße die Aland und Finnland teilt. Immer wieder wechseln sich Windstille und 4er Böen sowie Sonne und kurze Regenschauer ab. Die Distanz zwischen den Inseln ist merklich kleiner geworden und die Inseln sind mehr bewaldet was es bei der Lagerplatzsuche nicht einfacher macht. Wir müssen heute mehrere Inseln anlaufen bis wir auf Stangskärs Kobben zwischen den Fels spalten einen geeigneten Platz für die Nacht finden.

In best sunshine we leave our rocky lagune. We navigate between Jurmo and Norrön and reach a shipping lane that devides Aland and Finnland. Again and again doldrums and gust of 4 Bft switches and in the same manner sunshine and light rain does. The distances between the islands has here decreased and the islands are more wooded what it does not make it easier to find a good campground. Today we stop at several islands before we can find an acceptable spot for the night between crevices on Stangskärs Kobben.

Hitzewelle/ Summerheat

Die Sonne lockt uns heute früh hinaus. Bei frischem südlichen Wind geht es von Krangelören Richtung Nord-Ost. Wir nähern uns dem nördlichen Rand unserer Alandseekarte und meinen schon in der Ferne das Rauschen zu hören vom Rand wo die Welt endet und das Wasser in die Tiefe stürzt. Weiter als bis Söderbadarna trauen wir uns nicht nach Norden und schlagen hier ein frühes Lager inmitten einer kleinen Lagune auf. Die Hitzewelle hat nun auch uns erreicht und wir versuchen im 5er Wind ein Tarp auf den Felsen aufzuspannen. Doch die Kräfte im Wind sind so groß das wir es recht schnell wieder abbauen um Beschädigungen zu vermeiden. So suchen wir Abkühlung im Meer.

Today we are early up because of the sun. With a good southern breeze we paddle from Krangelören north-east. We are coming closer to the northern end of our Aland chart. From the distance we think to hear the rushing of the water from the end of the world when it is falling into the deep. We do not want to paddle more far to the north than Södernadarna and so we put up our camp in the middle of a small lagune. The summerheat has reached us and we try to put up a tarp in a wind of 5 Bft. But the power of the wind is so strong that we decide to put it down after a short time to avoid damages. So we get cooling from swimming in the sea.

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