Fazit / conclusion

Während wir im Bus nach Oskarshamn sitzen, lassen wir die Ereignisse der letzten 2 Wochen noch einmal Revue passieren. Was waren die Highlights und was haben wir gelernt ? Nüscht !!!!…….. Das besondere Erlebnis bei dem wir beide unser Limit nach oben verschoben haben, war sicher die 62 km Querung von Öland nach Gotland bei 4-5 Bft und ordentlich Welle. Das Kritischste für uns dabei war wohl das Sitzen im Boot über die 10,5 h. Grundlagen waren ausreichende Ernährung und regelmäßige Pausen, was aber bei uns gut funktioniert hat. Bei der gescheiterten Nachtquerung zu den Alandinseln hingegen kamen für uns zu viele ungünstige Faktoren auf einmal zusammen. Dunkelheit, Schiffsverkehr, Wind und Welle waren in Summe für diese Strecke einfach zu viel. Auch wenn Wetterstatistiken eine gute Planungsgrundlage sind, so muss man doch bzgl. der Ausrüstung auch für ganz andere Bedingungen vorbereitet sein. Im August liegt im Schärengürtel der durchnittliche Wind bei 2-3 Bft und die Tagestemperaturen bei knapp 20°C. Das haben wir so nur an ganz wenigen Tagen erlebt. Doch das rauhe Wetter ließ uns die Tagesetappen viel intensiver erleben als es bei Ententeich der Fall gewesen wäre. Die Tour war sportlich angelegt und durch die Bedingungen wurde dies eher verstärkt. Das wir Turku nicht erreicht haben ist für uns nicht schlimm, denn die Erlebnisse und Erfahrungen auf dem Weg waren das Ziel. Und das haben wir erreicht….

During our bus trip back to Oskarshamn we look back on the experiences of the last two weeks. What were the highlights and what did we learn?  Nothing !!!!…… The special event, where we both pushed our limits, was of course the 62km crossing from Öland to Gotland with winds of 4-5 Bft and waves. The most critical point here was to sit in the kayaks for 10, 5h. The basic for the crossing was good food supply and  periodically rests. This has worked  very well for us. During the failed crossing to the Aland Islands to many adverse factors came together. Darkness, ship traffic, wind and waves were in total to much for this distance. Even when weather statistics are a good base for trip planning the conditions during the trip can be very different. In August we have normally winds of 2-3 Bft and temperatures near 20°C in the archipelago. Conditions we found during our trip only for one or two days. But the rough conditions let feel the days much more intensive than with a glassy sea. The trip was planned with a challenging character and the conditions boost this even more. That we didn’t reach Turku is not a problem for us. The goal was to make new experiences on the water. That happened…….

I

Auf Wiedersehen Schären Inseln / Good bye archipelago

Nach rund 450 km durch die schwedischen Inselwelten haben wir uns jetzt entschlossen die Tour zu beenden. Seekajakfahren ist ein situativer Sport und bevor wir tagelang im Regen und Sturm auf den Alandinseln festsitzen wollen wir die Zeit lieber z. B. noch für ein paar Surfskitage in Deutschland nutzen. Für uns geht es morgen mit dem Bus von Kapelskär über Stockholm zurück zum Auto nach Oskarshamn. Dann hier in Kapelskär noch unsere Boote aufladen und am Donnerstag sind wir vermutlich bereits wieder in Deutschland.

After 450 km through the Swedish Islands we decided to stop our trip. Seakayaker need a high flexibility in planning and making decisions. Instead of spending the time in rain and high winds in the tent on the Aland Islands we would like to use the time for example for some surfski days in Germany. Tomorrow we have to take the bus from Kapelskär via Stockholm to our car in Oskarshamn, Then we have to return to pick up the kayaks here in Kapelskär. Probably on Thursday we are back in Germany.

In Nacht und Wellen / In night and waves

Als wir kurz vor Mitternacht beginnen zusammen zu packen scheint noch der helle Mond und lädt zur nächtlichen Querung ein. Dann aber schieben sich dunkle Wolken Richtung Süden und die ersten Regentropfen treffen uns bevor wir in den Booten sitzen. Zwischen den kleinen Inseln scheint die See noch recht ruhig aber als wir den Schutz verlassen haben wir Wellen von gut einem Meter vor uns. Durch die eigenen Stirnlampen geblendet sind die Wellen mit ihren teils brechenden Köpfen kaum vorher zu erkennen. Für 1, 5h mühen wir uns gegen den 5er Wind ab. Dann stellt man Markus fest das die Kombination aus Dunkelheit, Wellen, Schiffsverkehr, dem runden Rumpf des Speedliner und die Gesamtstrecke von 48km sehr viel Aufmerksamkeit beim Paddeln verlangt. Nach kurzer Abstimmung brechen wir die Querung ab und kehren nach 16 km   Nachtfahrt zu unserer Schäre zurück. Die Vorhersage für die kommenden 5 Tage schwankt zwischen 5 und 7 Bft aus nördöstlichen Richtungen (siehe Bild: grün = 5-6Bft und gelb = 7Bft). Ein Weiterpaddeln zu und auf den Aland Inseln erscheint damit schwierig…

Nearly midnight when we start packing our stuff the moon is shining bright and invites us to a cosy night paddling. Then dark clouds covers the sky and the first raindrops hit us before we sit in the kayaks. Between the little islands we are well sheltered but when we reach the open sea we are confronted with waves of one meter height. Blinded by the reflections of our own headlamps the waves with their breaking crests are difficult to discern. For 1,5 h we are fighting against the wind of 5 Bft. Then Markus realize that the combination of darkness, waves, ship traffic, the round hull of his Speedliner plus the total distance of 48 km open water needs much concentration for kayaking. After a short briefing we quit the crossing and return to our island after 16 km of night paddling. The wind forecast for the next 5 days fluctuates between 5 to 7Bft from northeasterly direction (see picture: green = 5-6Bft and yellow = 7Bft.). Continuing the paddling to and between the Aland Islands seems to be difficult...

Drugs and Rock’n Roll

Markus hat sich den Rücken vor 2 Tagen verspannt und klagt schon morgens beim Aufstehen. Nach dem Frühstück bekommt er deshalb von Dr. T. eine 800er Iboprofen Tablette und Traumasalbe. Deutliche Besserung ergibt sich dann aber erst als sich Markus an einen Ast hängt und mal richtig lang wird. Nur Riesenfelgen hätten hier wohl besser geholfen, aber das hätte der Ast wohl nicht ausgehalten. Zusätzlich klagt Trenk über eine leichte Magenverstimmung. Gut das wir unsere Reiseapotheke vor Tourbeginn noch einmal aufgefrischt haben. Gestern hat Trenk in einem kleinen Busch hier auf der Insel ein kleines Transistorradio gefunden. Seit dem tönt hier auf der Insel zeitweise ein schwedischer Sender mit Musik der 80er. Eine nette Abwechslung zum Sound von Wind und Wellen. Am Nachmittag präparierten wir die Boote für die Nachtfahrt mit Licht für den Kompass und Stromversorgung fürs Handy.

Markus has a back tension since two days and moans in the morning. After breakfast he gets a 800mg Iboprofon pill and „Trauma“ ointment from Doc T.. He feels much better after he hang from a tree branch and get stretched. Much better would have been a giant swing but the little tree branch would have presumably broken. Additionally Trenk struggles with a light indigestion. Good to know that our medical travel equipment was renewed before our tour start. Yesterday Trenk found a small transistor radio in a bush here on the island. Since then a Swedish radio channel sounds sometimes over our island with music from the 80s. A nice change to the sound of wind and waves. In the afternoon we prepare the kayaks for the night trip with light for the compass and power supply for the mobile phone.

Abhängen / Lazy day

Der kräftige Nordwind heute gibt uns Zeit die Ruhe der Insel zu genießen. Lüften, Waschen, Baden, Reparieren stehen heute auf dem Programm. Dazu immer der bange Blick auf die Windprognose für eine mögliche 48km Querung zu den südlichen Aland Inseln. Aktuell sieht es nach einem Schwachwindfenster mit 3 Bft aus Nord in der Nacht von Sonntag auf Montag aus. Wir installieren die „On Course“ App, die uns frühzeitig vor möglichen Schiffskollisionen während der geplanten Nachtfahrt warnen soll. Denn wir befinden uns mitten in der vielbefahrenen Schiffahrtslinie nach Aland, Finnland und Estland.

Today the strong northerly winds gives us the time to enjoy the silence of our small island. Airing, washing, bathing, repairing are the topics for today. Meanwhile always one eye on the wind forecast for a potential 48km crossing to the southerly Aland Islands. Currently we have a small less wind window with 3 Bft from the north in the night between Sunday and Monday. We install the „On Course“ App that should warn us during the night trip for potential collisions early. Because we are in the middle of the busy shipping lane to Aland, Finnland and Estonia.

Zu den äußeren Schären / To the outer Archipelago

Der Tag begrüßt uns mit Sonnenschein und einem frischem Südwestwind. Wir passen unsere Tourenplanung den Bedingungen an und cruisen Richtung Nordostspitze des Stockholmer Schärengartens. Am Fähranleger von Kapelskär bunkern wir noch einmal Trinkwasser für die nächsten Tage. Auf einer kleinen Felseninsel beenden wir die heutige 38km lange Tour. Von hier aus planen wir den Sprung hinüber zu den finnischen Alandinseln sobald es das Wetter zulässt,

The day welcomes us with sunshine and a good southwesterly wind. We adapt our tour planning to the conditions and cruise to the northeasterly end of the Stockholm Archipelago.  At the ferry dock of Kapelskär we bunker freshwater for the next days. At a small rocky island we finish our 38km long leg of today. From here we plan the jump over to the finnish Aland Islands as soon as we get suitable weather.

Stockholmer Irrgarten / Stockholms labyrinth

Heute sind 5 Bft aus West angesagt. Keine gute Voraussetzung wenn man Strecke Richtung Norden machen will. Von unserem Startpunkt Stavsnäs wählen wir eine Route durch die westlichen Inseln des Archipels in der Hoffnung hier mehr Windabdeckung zu finden. Durch die Dichte der Inseln stellt sich das allerdings als echte navigatorische Herausforderung dar. In dem Wirrwarr an Inseln ist kaum zu erkennen wo die eine anfängt und die andere aufhört. Ohne GPS würden wir viel Zeit in Sackgassen und Abwegen verbringen. Nach über 40km werden wir mit einem wunderschönen Sonnenuntergang am alten Fähranleger von Östra Lagnö belohnt.

Today the forecast says 5Bft. from west. Not a good requirement to make great distance to the north. From our starting point near Stavsnäs we choose a route through the westerly islands of the archipelago to find more shelter from the wind. Because of the great number and short distances between the islands it becomes a real navigation challenge. In this confusion of islands it is often difficult to see where one ends and the other begins. Without our GPS we would have lost a lot of time in dead ends and wrong ways. After 40km we are rewarded with a beautiful sunset at the old little  ferry dock of Östra Lagnö.

Downwind im Regen / Downwind in the rain

Markus hat sich über Nacht wieder erholt, so daß wir bereits früh wieder auf den Beinen sind. Den angekündigten Regen können wir von weitem bereits sehen, so daß wir eilig packen und mit den ersten Regentropfen in die Boote steigen. Die Wind nimmt stetig zu so das es uns zeitweise bei heftigen Schauern mit guten 6 Bft von hinten zügig nach Norden schiebt.  Nach 8h haben wir bereits 47km auf der Uhr. Als der Regen jetzt endlich nachlässt steuern wir eine kleine Schäre für die Nacht an.

Markus has recovered during the night so that we are ready for an early start. We can see the forecasted rain coming so that we pack hurriedly to enter the kayaks when the first rain drops fell. The wind is picking up continually and during rain showers we have good 6 Bft. from the back that pushes us northwards. After 8h we have paddled 47km. When the rain stops we are heading for a small island for the night.

Endlich Stockholmer Schärengarten / Stockholm archipelago at last

Erst bei Dunkelheit erreicht die Fähre Nynäshamn. Mit den Bootswagen müssen wir noch einmal um den kompletten Hafen herum ziehen um den Yachthafen mit seiner Bootsrampe zu erreichen. Luftlinie nur ca. 200m aber für uns 1h Schwerstarbeit. Auf einem kleinen Rasenstück am Gästekai schlagen wir das Zelt auf. Am nächsten Morgen regnet es bereits beim Packen. Markus fühlt sich nicht gut, da er in Visby wohl etwas falsches gegessen hat. Irgendwann lässt der Regen nach und wir paddeln bei fast Windstill an unserer ersten Kegelrobbe durch die Schären vorbei an zahlreichen Militäranlagen. Immer wieder begleiten uns Patrouillienboote im weiten Abstand. Als wir nach nur 22km an einer kleinen Insel zum Zelten anlegen muss sich Markus erst einmal übergeben. Es waren wohl die Krabben im Supermarkt. Abends kommt nochmal die Sonne raus, so daß Trenk einiges trocknen kann während sich Markus erstmal ausschläft.

The ferry arrives in Nynäshamn in the darkness. With our kayak trolleys we have to walk around the complete harbour to reach the Yacht Harbour with it’s boatramp,  Linear distance only 200m but for us 1h of hard work. On a small grass pitch near the guest harbour we put up our tent for the night. In the morning the rain starts during packing. Markus doesn’t feel well. May be he had eaten something wrong in Visby. Later the rain disappears and we meet our first grey seal. We paddle along some military areas and are escorted by patrol boats from the distance. When we reache a small island for camping after 22km Markus has to vomit. We suppose the shrimps from the supermarket were not good. In the evening the sun comes out so Trenk can dry some clothes when Markus relaxes in the tent.

Fähre nach Nynäshamn / Ferry to Nynäshamn

Um das Schwachwindfenster zu erreichen müssen wir bereits um 4:20 Uhr hoch. Aber es ist schon hell und so fällt es recht leicht. Wir sind fast fertig mit packen als leichter Nieselregen einsetzt, Auf dem Meer ist kaum Wind und Welle so das wir gut durch die kleine Brandungszone kommen und uns um 6 Uhr auf den Weg nach Visby machen. Entgegen der schwedischen Vorhersage zieht vor uns noch ein heftiges Gewitter nach Westen durch und beglückt uns mit prasselndem Regen. Nach 16km in Visby angekommen scheint bereits die Sonne und nach ein paar Besorgungen im Ort rollern wir mit den Booten das kurze Stück (1km) zum Check-in für die Fähre, Mit einem Gewicht jedes Bootes von um 80kg ein hartes Stück Arbeit. Ab morgen sind wir dann endlich im Stockholmer Schärengarten unterwegs.

To reach the less wind window we have to wake up at 4:20. But there is already daylight and so it is easy for us. We have nearly finished the packing when light rain starts. On the ocean there is just light wind and small waves so it is easy for us to paddle through the surf zone and start our way to Visby at 6:00. Against the Swedish forecast a heavy thunder storm passes south of us and brings patterned rain. As we arrive in Visby after 16km the sun is shining. We first buy a little bit of food before we pull the kayaks the short way (1km) to the Check-in terminal for the ferry. With a weight of every kayak of 80kg it is a hard work. From tomorrow on we will paddle through the Stockholm Archipelago.

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